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Navigation: Startseite > Projekte > Pressespiegel > "Ohrenkuss, ein besonderes Magazin öffnet Tore" Artikel |
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| behindert©-Community Juli 2001. Von Ines Nowack. Aktuelles Heft mit "Nachtgedanken" erschienen - Geld für Fortbestand notwendig Texte zum Lachen oder Weinen, auch Texte zum Nachdenken und Texte, die von Leidenschaft und Liebe sprechen: Junge Menschen mit Down-Syndrom entdecken in einem weltweit einmaligen Projekt ihre Talente. Sie dichten, schreiben schnurgerade Berichte oder arbeiten an Romanen. Worüber? Ihre Gedanken über Liebe, Reisen, Essen, Akte X und Arbeit sind in den bisher erscheinen Themenheften zu finden. Im neuen Juli-Heft "Nacht" lädt die Ohrenkuss-Redaktion zum Träumen ein, zu Disko- und Gespenstererlebnissen und Nachtberichten aus Dresden und der Wüste, aber auch zum Nachempfinden von Ängsten und Wünschen, die wir alle haben. Geplant sind nun Hefte zu Musik und Sport. In einer Redaktionssitzung werden dafür eigene oder mittlerweile aus ganz Deutschland, der Schweiz oder auch aus den USA eingesandte Texte besprochen und für das aktuelle Magazin ausgewählt wie in jeder anderen Redaktionssitzung auch. Nur eines unterscheidet die Ohrenkuss-Redaktion von anderen. Alle Redakteure haben Down-Syndrom. Die selbst geschriebenen, getippten oder diktierten Texte werden nach der gemeinsamen Auswahl nicht korrigiert. Außergewöhnlich, unverfälscht und mitunter eigenwillig kommen Gedanken, Wörter und Sätze daher. Es macht Spaß und kommt an: bei Autoren, Organisatoren und Lesern. Wir bekommen unglaublich viel Tore geöffnet, organisieren mittlerweile Ausstellungen, Workshops oder Seminare. Ganz viele positive Stimmen erhalten wir von Menschen, die bisher keine Berührung mit dem Down-Syndrom hatten." sagt Katja de Bragança, die mit Brigit Mosimann das Projekt literarisch begleitet. Sie spricht auch von einer neuen Dynamik, die nun entstanden ist. "Am Anfang stand der feste Glaube an die Ausdrucksmöglichkeiten und Talente der jungen Menschen, eine Vision. Heute verfolgen die Autoren und Redakteure selbst mit unglaublichem Selbstbewusstsein ihr Projekt, bringen sich mit ganz unterschiedlichen Vorlieben ein und machen ihre ganz eigene Kunst. Und wir staunen. Vor allem an dem Punkt, wo es ihnen gelingt, die Grenze unserer Erwartungen, der Erwartungen ihrer Umwelt, zu überschreiten." Es versteht sich, dass auch nach Abschluss des wissenschaftlichen Projektes ans Aufhören nicht zu denken ist. Ohne Träger, in aller Freiheit, möchte die Redaktion weiter arbeiten. Dafür braucht sie Abonnenten, bis Ende 2001 3000 an der Zahl (bisher sind es etwa 1700), um Personal- und Sachausgaben bestreiten zu können. Ein Jahresabo kostet 30 Mark/15 Euro. |
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